Beitrag: Atemmeditation

Die Atemmeditation

Lesedauer: ca. 7 Minuten

Vorwort:

Atmen ist Leben, diesen Spruch haben die meisten bestimmt schon einmal gehört und sich vielleicht nur gedacht „Jaja ist doch klar, ohne atmen sterbe ich doch” – doch aus unserer Beobachtung atmen viele Menschen wirklich gerade mal so viel, dass sie nicht sterben. Wir haben uns im Laufe der Jahre und Jahrzehnte eine so flache Atmung antrainiert, dass wir dadurch fast keine Energie mehr aufnehmen. Ein Baby atmet in der Regel sehr viel tiefer ein und aus. Auch im Schlaf atmen wir in der Regel viel tiefer als im Wachzustand – um besser zu regenerieren und Dinge zu verarbeiten.

Wir verzichten hier bewusst auf theoretische Abhandlungen über die Atemfunktionen, chemische Vorgänge und Anatomie des Körpers und speziell der Lungenfunktionen. Zu diesen Themen stehen zahlreiche Fachbücher zur Verfügung. Wir sprechen hier aus eigener Erfahrung von der praktischen Anwendung der Atemmeditation und geben zu keiner Zeit irgendwelche Empfehlungen oder Aufforderungen aufgrund dieses Beitrags sowie vergangener oder zukünftiger Beiträge (in Text, Audio oder Video), in einer bestimmten oder unbestimmten Art und Weise zu handeln. Jeder und Jede ist im vollem Umfang und ausnahmslos selbst verantwortlich für das, was er oder sie tut oder nicht tut. Der Verein InnerLight und deren Vertreter sowie Seminarleiter und Vortragende übernehmen keine Haftung.

Dieser Beitrag und die darin vorgestellten Techniken, Theorien und Erfahrungen ersetzen keinen Arzt, Heilpraktiker oder Therapeuten.

Wann sind Atemmeditationen nicht geeignet:

In der Schwangerschaft, bei schweren Herz-Kreislauf-Problemen, einem Glaukom (Grüner Star) oder einem Aneurysma (krankhafte, manchmal lebensgefährliche Aussackung eines Blutgefäßes) und auch bei psychiatrischen Erkrankungen sowie bei Epilepsie und bei körperlichen Verletzungen, kürzlich erfolgten Operationen sowie generell bei stark schwächenden Erkrankungen sollte auf intensives Atmen verzichtet werden. Du bist wie bereits oben geschrieben, uneingeschränkt selbst für Dein Handeln verantwortlich. 

Was passiert praktisch, wenn wir aktiv tiefer und schneller atmen?

Durch das tiefere Atmen nehmen wir in kurzer Zeit mehr Energie in unser System auf. Die Intelligenz des Körpers weiss dann präzise genau, was sie mit dieser Energie anfängt, sie öffnet unser Energiesystem und kann Blockaden sprengen (je nachdem welche Atemtechnik), bringt Gefühle, die wird im Laufe des Lebens verdrängt haben, wieder an die Oberfläche, so dass wir die Möglichkeit haben diese dann nachzufühlen. Unterdrücke deshalb nichts, was raus möchte und in Dir hoch kommt, hab keine Scham – es darf alles da sein (Trauer, Tränen, Wut, Schreie, Erinnerungen aus der Kindheit, Bilder). Was auch immer sich bei Dir zeigt, es ist genau richtig, lass es gerne ganz zu und entspanne dabei. Dein Energiesystem wird es Dir danken.

Im täglichen Leben spiegelt der Atem vielfach unseren Geisteszustand wieder, da jeder Gedanke und jedes Gefühl sich in Form von Ent- oder Verspannung, Ruhe oder Unruhe äussert und Reaktionen im Körper hervorruft. Der Atem ist auch das Bindeglied zwischen Körper und Geist. Deshalb kann man durch bewusstes Atmen auch mentale Muster durchbrechen.

Die Atemmeditation bringt uns vom Verstand wieder tiefer ins Fühlen und in die Verbindung zu uns selber. Je mehr wir uns und den jetzigen Moment fühlen, umso mehr können wir unsere echten Bedürfnisse wahrnehmen, erkennen und ihnen nachgehen, sowie mehr und mehr authentisch so sein, wie wir sind.

Es beruhigt, lindert Stress und führt zu mehr Lebensenergie, Lebensfreude, Ausgeglichenheit und fördert die Verdauung. Es macht uns präsenter und wacher und füllt die Energiereserven wieder auf.

Welche Symptome können sich zeigen?

Du solltest Dich von den Dingen, die sich zeigen könnten, nicht abschrecken lassen. Die überschüssige Energie arbeitet immer zu Deinem besten Wohl, achte dennoch immer auf Deinen Körper und Dein Gefühl, wie weit du gerade gehen kannst.

Es können auch Erinnerungen und Bilder aus der Kindheit und/oder von vergangenen Ereignissen hochkommen, schaue gerne was diese in Dir auslösen und auf was sie Dich hinweisen möchten.

Kribbeln im Körper = Die Lebensenergie fließt und vibriert in Dir.

Verkrampfungen im ganzen Körper, üblicherweise in Händen und Beinen = tendenziell Energiestau/ Blockade: Der Energieüberschuss arbeitet sich durch die Blockaden, damit Deine Energie wieder besser fließen kann. Es empfiehlt sich, vor einer Atemmeditation 1-2 Stunden nichts zu essen, weil physische Nahrung – wenn diese noch nicht verdaut wurde – auch als Blockade gesehen werden kann und dadurch Verkrampfungen entstehen können. Jedoch könnte eine sanfte Atemmeditation förderlich für die Verdauung sein.

Schweiß- und Kälteschub (Zittern) = tendenziell lösen sich Dinge aus unserem Energiesystem, damit die Energie wieder besser fliessen kann. Siehe einmal, ob Du die Hitze oder Kälte in dem Moment zulassen und fühlen kannst.

Ohnmacht/Schwindel =  wenn man ohnmächtig wird (passiert selten), ist man in der Regel nach ein paar Sekunden wieder bewusst da. Deswegen empfiehlt es sich für Anfänger im Liegen zu atmen. Aber sei ganz achtsam mit Dir, fühle wie weit Du Dich gerade fallen lassen kannst. Fragestellung: Wo fühlst Du Dich oder hast Du Dich in Deinem Leben ohnmächtig gefühlt oder wo unterdrückst Du Deine Wahrheit?

Wegswitchen/Wahllos viele Gedanken = tendenziell das Ego, welches nicht möchte, dass wir uns selbst tiefer begegnen.

Was tun, wenn sich Symptome oder emotionale Prozesse bei Dir zeigen?

Bleib im Verstand ganz ruhig, entspanne Dich und lasse den Symptomen (Verkrampfungen, Hitze, Kälte, etc.) und Deinen emotionalen Prozessen (Wut, Schreie, Trauer, Tränen, etc.) Raum. Somit möchtest Du es nicht weg machen oder kompensieren, sondern lässt zu (akzeptierst), dass die Energie wieder einen Ausgleich und eine Balance in Dir herstellen darf. Achte dennoch immer auf Deinen Körper und Dein Gefühl, wie weit du gerade gehen kannst.

Du bestimmst die Intensität!

Du hast die Macht über Deinen Atem und bestimmst auch selbst zu jedem Zeitpunkt, wie weit Du gehen möchtest oder gerade gehen kannst. Taste Dich gerne in Deinem Tempo voran, um immer mehr in Dich selbst einzutauchen und Dich zu erforschen – was ist da noch?

Einige verschiedene Varianten an Atemtechniken:

Durch die Nase ein – Durch die Nase aus.
Eigenschaft: Baby- oder Schlafatmung, beruhigend und erdend.
 

Durch die Nase ein – Durch den Mund aus.
Eigenschaft:
Reinigender Atem.

Durch den Mund ein – Durch den Mund aus.
Eigenschaft: Energetisierend.
 

Loslass-Atmung.
Zweimal saugend durch den Mund kurz ein – alles auf einmal schnell wieder raus.

Saugatmung (Cold Breath).
Die Luft solange durch den Mund einsaugen wie es Dir möglich ist, und dann durch die Nase wieder normal ausatmen.

Yoga Feueratem.
Atme aktiv schnell durch die Nase aus und ziehe dabei gleichzeitig Deinen Bauch ein – das Einatmen geschieht von alleine und Du musst Dich nur auf das Ausatmen und den Bauch einziehen fokussieren.

Yoga Wechselatmung. Linkshänder Linke, Rechtshänder Rechte Hand: Zeige- und Mittelfinger nach unten klappen. Ringfinger und Daumen zum Schließen der Nasenlöcher benutzen. Rechtes Nasenloch zuhalten und durch das linke Nasenloch einatmen. Linkes Nasenloch schließen, rechtes Nasenloch öffnen und dadurch ausatmen. Durch das rechte Nasenloch einatmen, Nasenloch schließen. Das linke Nasenloch öffnen, ausatmen und dann alles wieder von vorne – so lange wie Du das möchtest. 

Vorbereitung auf eine Atemmeditation:

Richtige Dich vor der Atemmeditation bewusst aus, unter anderem mit der Intention, dass Du Dir jetzt diese Zeit und diesen Raum für Dich und Deine Meditation nimmst. Wenn Du möchtest, zünde gerne ein Kerze an und räucher ein wenig und verschaffe Dir eine angenehme Atmosphäre.
 

Raum der Atemlosigkeit:

Am Ende der intensiven Atemphase hast Du die Möglichkeit, mit dem letzten Atemzug in den Raum der Atemlosigkeit einzutreten. Du kannst entweder mit dem letzten Atemzug einatmen und die Luft anhalten oder mit dem letzten Atemzug ausatmen und die Luft anhalten, so wie es für Dich in dem Moment stimmiger ist. Atme dann ganz normal weiter, sobald der Impuls dazu kommt.
 

Das langsame Atmen bringt tendenziell wieder mehr in den Körper und erdet, das schnellere Atmen energetisiert und öffnet tendenziell unser Energiesystem.

Forsche selbst, sofern Du möchtest, was Atemmeditationen bei Dir und in Dir auslösen. Berichte uns gerne mit unten stehendem Formular Deine Erfahrungen mit Atemmeditationen und welche Atemtechniken Du nutzt.

Herzlichen Dank, dass wir verbunden sind, herzlichen Dank für dieses wundervolle Leben. Alles Liebe.

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